Ab dem 21. September ist in Riga, in der Maskavas iela 14a, ein einmaliges Museum – das Rigaer Ghetto-Museum tätig. Es befindet sich im historischen Teil der Stadt, in der Moskauer Vorstadt, an der Grenze des ehemaligen Ghettos. Riga ist ein der wenigen Orte in Europa, dessen Ghetto-Territorium in den letzten sechzig Jahren architektonisch nicht verändert wurde. Dort gibt es immer noch kleine Holzhäuser, in denen früher jüdische Familien und russische Händler hausten, die kurvenreichen Straßen sind gepflastert und in einigen Höfen sind noch verrostete Waschstuben zu finden. Es wird erst das zweite Museum im ganzen postsowjetischen Raum sein, das einem Ghetto gewidmet ist – das erste wurde in Warschau, in Polen eröffnet.
Auf dem mit Pflastersteinen von den Rigaer Ghetto-Straßen gepflasterten Grundstück sind die Stände mit den Namen der mehr als 70 000 im Holocaust ums Leben gekommenen lettischen Juden aufgestellt, sowie auch eine Fotoausstellung, die der antisemitischen Propaganda, dem Holocaust in Lettland, der Widerstandsbewegung und den Rettern von Juden gewidmet ist. Vorläufig wird nur der erste Teil des Museums eröffnet, es ist geplant, dass man später in der Ausstellung sowohl ein typisch eingerichtetes Ghetto-Haus als auch multimediale Einrichtungen, die mit dem Leben der Juden in Lettland vor dem Holocaust bekannt machen, sehen kann.
„Bei der Eröffnung des ersten Teiles des Museums sind wir uns dessen bewusst, dass nur der erste Schritt auf diesem langen Weg gemacht wurde”, sagt Menachem Barkahan, Rabbiner der jüdischen Gemeinde „Schamir”, einer der Gestalter des Museums. „Das Rigaer Ghetto-Museum – ist nicht nur einfach ein Museum. Ich hoffe, dass das Museum zur Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse in der Geschichte Lettlands, die sich nie wiederholen dürfen, sowie auch zum Zentrum für Ausbildung und Kultur, zu einem Botschafter der Toleranz und der gegenseitigen Würde wird.”
Während des zweiten Weltkrieges wurden in Lettland über 70 000 lettische Juden und circa 20 000 Juden aus Westeuropa vernichtet.
Das Rigaer Ghetto-Museum wird von der jüdischen Gemeinde „Schamir” in Zusammenarbeit mit dem Rigaer Stadtrat geschaffen. Ausführliche Informationen über das Museum und das Rigaer Ghetto finden sich in lettischer, englischer, russischer und hebräischer Sprache auf der Internetseite von „Schamir” www.shamir.lv.